Arbeitsmarkt- und Wachstumsindex - Juni 2010


Im Mai ist das Wachstumsbild nicht so eindeutig auf Expansion ausgerichtet wie noch im Vormonat. Der Konjunkturmotor lief nur auf einem Zylinder. Dies ist allerdings kein Grund zur Beunruhigung, denn im Trend geht es weiter aufwärts. Der Erholungskurs dürfte sich insgesamt weiter fortsetzen.

Auch im Mai enttäuschte der Arbeitsmarkt nicht. Die Frühjahrbelebung setzte sich vielmehr wie erhofft und erwartet fort. Für den anhaltend positiven Trend zeichnen wieder mal beide Teilindikatoren verantwortlich:

  • Saisonbereinigt gab die  Zahl der Arbeitslosen weiter nach von 3.291.000 auf 3.246.000 (-45.000) Gegenüber dem Vormonat hat sich der Rückgang allerdings verlangsamt. Im April war die Arbeitslosenzahl noch um 67.000 zurückgegangen.

  • Auch die Zahl der gemeldeten offenen Stellen kletterte weiter, diesmal um 5.000 auf nunmehr 514.000.  Aber auch hier ist die Luft etwas dünner geworden. Das Tempo des Vormonats konnte im Mai nicht gehalten werden. Im April wurde noch ein doppelt so hoher Zuwachs gemessen.

  • Insgesamt konnte der Arbeitsmarkt-Index im Mai aber immerhin noch um 1,1 Prozent zulegen.

INSM-WiWo-Deutschland-Check: Arbeitsmarkt- und Wachstumsindex Juni  2010

Der Wachstumsindex legte im Mai hingegen eine Verschnaufpause ein. Er konnte dem Arbeitsmarktindex nicht ganz folgen, sondern verlor leicht um 0,7 Prozent. Ein Blick auf die drei Teilindikatoren zeigt, dass dies einzig an der erneuten Schwäche an den Börsen lag:

  • Der DAX-Performance-Index verlor im Verlaufe des Monats Mai gleich 171 Punkte, was einem prozentualen Rückgang von deutlichen 2,8 Prozent entsprach.

  • Die beiden anderen Teilindikatoren waren diesmal nicht in der Lage, diesen Rückgang voll zu kompensieren. Die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage der Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft verbesserte sich zwar, aber nur von 99,3 auf 99,4, trat also praktisch auf der Stelle.

  • Allerdings zeigt die Verbesserung der Auftragseingänge der vergangenen Monate ihre Wirkung bei der Industrieproduktion, die sich weiter kräftig erholte.

Die Zeichen stehen aber weiter auf Erholung. Die Weltwirtschaft wird weiter kräftig expandieren und die deutschen Exporte beflügeln. Deutsche Produkte sind auf den Weltmärkten gefragt. Der schwache Euro stärkt die Wettbewerbsposition der deutschen Wirtschaft zusätzlich. Es bestätigt sich wieder einmal, dass die wirtschaftliche Erholung von der Industrie getrieben wird. Die guten Nachrichten aus der Realwirtschaft sollten mittelfristig auch dem DAX wieder auf die Beine helfen.

Arbeitsmarkt- und Wachstumsindikatoren – Ende Mai 2010 im Vergleich zum Niveau vor der Krise

Im Berichtsmonat Mai konnten sich vier der fünf Einzelindikatoren – Arbeitslosigkeit, offene Stellen, Ifo-Lage und Produktion - verbessern. Besonders erfreulich: Die Arbeitslosenzahl lag sogar schon um 3,9 Prozent unter dem Vorkrisenniveau des ersten Vierteljahres 2008. Bei den anderen 4 Indikatoren besteht aber nach wie ein erheblicher Aufholbedarf.

Von der heutigen Basis aus gerechnet benötigt man noch folgende prozentualen Zuwächse, um das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen:

Offene Stellen: +12,6 Prozent

Produktion: +13,6 Prozent

Ifo-Lage-Index: +10,6 Prozent

DAX-Performance: +12,5 Prozent


INSM-WiWo-Deutschland-Check: Einzelindikatoren Juni 2010


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