Arbeitsmarkt- und Wachstumsindex August 2010: Beim Aufschwung keine Sommerpause in Sicht
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Arbeitsmarkt- und Wachstumsindex August 2010: Beim Aufschwung keine Sommerpause in Sicht
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Arbeitsmarkt- und Wachstumsindikatoren – Ende Juni 2010 im Vergleich zum Niveau vor der Krise
Am deutschen Konjunkturhimmel zeigen sich zurzeit keine dunklen Wolken. Sowohl der Arbeitsmarkt- als auch der Wachstumsindex konnten im Juli Positionsgewinne verzeichnen. Sowohl Unternehmen als auch Konsumenten sehen optimistisch in die nähere Zukunft. Nach Aussagen der Gesellschaft für Konsumforschung erwarten die Verbraucher eine an Dynamik sogar noch zunehmende Fortsetzung der Erholung der deutschen Wirtschaft.
Harte Fakten wie die positiven Nachrichten vom Arbeitsmarkt tragen ebenso dazu bei wie das gute Abschneiden der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der WM in Südafrika. Schon Ludwig Erhard wusste, dass Konjunktur zu 50 Prozent Psychologie ist. Euphorie kann sich allerdings auch schnell wieder in Luft auflösen. Sie ist ein willkommener Verstärker wirtschaftlicher Prozesse, kann aber harte Fakten wie Auftragseingänge, Produktion und Beschäftigungsentwicklung auf Dauer nicht ersetzen.
Mit Besorgnis muss man allerdings die aufkommenden Forderungen um kräftige Lohnerhöhungen sehen. Die aktuellen Erfolge auf den Weltmärkten, die gute Entwicklung der Industrieproduktion und die überaus positiven Nachrichten vom Arbeitsmarkt sind auch das Ergebnis einer Lohnpolitik mit Augenmaß in den zurückliegenden Jahren. Dieser erfolgreiche Weg sollte beibehalten werden. Unkalkulierbare Kostensteigerungen würden die erreichten Erfolge gefährden. Die Forderung einiger Ökonomen, Deutschland müsse seine Löhne stärker erhöhen, um den Defizitländern Südeuropas zu helfen, steht auf schwachem Fundament.
Die Deutsche Bundesbank legt in ihrem Juli-Monatsbericht Analysen zu den makroökonomischen Effekten einer Lohnmoderation vor und kommt zu dem Ergebnis, dass eine moderate Lohnpolitik ihre Wirkungen vor allem auf dem heimischen Arbeitsmarkt erzielt und somit eine Lohnmoderation in allen Ländern mit Blick auf die Arbeitsmärkte die beste Strategie darstellt.
INSM-WiWo-Deutschland-Check August 2010: die Ergebnisse im Einzelnen
Der Aufwärtstrend beim Arbeitsmarktindex wurde auch im Juli von beiden Teilindikatoren getragen:
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Der Rückgang der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl fiel mit 20.000 Personen exakt genauso stark aus wie schon im Juni. Im Juli waren damit nur noch 3,21 Millionen Arbeitnehmer als arbeitslos gemeldet. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote betrug 7,6 Prozent und war damit um 0,6 Prozentpunkte niedriger als im Juli des Vorjahres.
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Die Zahl der saisonbereinigten offenen Stellen hat sich im Juli nicht nur weiter erhöht, sondern auch das Tempo des Anstiegs hat zugenommen. Wurde im Juni ein Plus von 6.000 offenen Stellen gemeldet, waren es im Juli mit 11.000 Stellen fast doppelt so viele. Ergänzend meldet die Bundesagentur für Arbeit, dass 88 Prozent der offenen Stellen sofort zu besetzen sind.
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Insgesamt legt der Arbeitsmarktindex im Juli um 2,4 Prozentpunkte oder 1,8 Prozent zu, nach einem Plus von 1,1 Prozent im Vormonat.
Erfreulicherweise hält auch der rückläufige Trend bei der Kurzarbeit an. Insgesamt zeigt sich der Arbeitsmarkt weiter in einer robusten Verfassung. Es mehren sich schon wieder die Meldungen über Fachkräftemangel, insbesondere in den MINT-Bereichen: Das IW Köln schätzt, dass bereits im Jahr 2014 rund 200.000 Ingenieure, Naturwissenschaftler und Techniker fehlen könnten. Die aktuell positive Arbeitsmarktentwicklung nährt die Hoffnung, dass sich die Binnennachfrage in Deutschland belebt und die wirtschaftliche Erholung weiter an Kraft gewinnt. Denn positive Signale vom Arbeitsmarkt stärken die Konsumneigung, weil mehr Einkommen entstehen und Arbeitsplätze sicherer werden.

Auch beim Wachstumsindex gab es im Juli nur positive Impulse zu vermelden. Rechnet man die üblichen saisonalen Effekte heraus, kam es insgesamt zu einem Wachstumsschub von 3,5 Prozent. Alle drei Teilindikatoren konnten sich deutlich verbessern:
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Der Ifo-Lage-Index legte im Juli um stolze 5,5 Prozent zu. Ifo-Chef Sinn sieht die deutsche Wirtschaft in „Partylaune“. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der neben der aktuellen Lage auch die Erwartungen der Unternehmen für die nächsten sechs Monate abbildet, machte laut Ifo den größten Sprung seit der Wiedervereinigung. Das Auslandsgeschäft der deutschen Industrie läuft auf Hochtouren und die Kapazitätsauslastung nähert sich allmählich wieder der Normalauslastung.
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Der DAX-Performance-Index stieg im Juli um beachtliche 182 Punkte. Mit einem Anstieg um 3,1 Prozent reicht er zwar nicht ganz an die außergewöhnliche Dynamik beim Ifo-Lage-Index heran, trug aber auch seinerseits maßgeblich zum kräftigen Sprung des Wachstumsindex bei.
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Die Produktion konnte mit diesem Wachstumstempo nicht ganz mithalten. Nach einer Wachstumspause im Juni dürfte sich im Juli aber wieder ein Anstieg von etwa 2 Prozent gegenüber dem Vormonat ergeben haben. Angesichts immer voller werdender Auftragsbücher (Anstieg der Auftragseingänge gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt 3,2 Prozent) ist auch für die nähere Zukunft mit steigenden Produktionszahlen zu rechnen.
Arbeitsmarkt- und Wachstumsindikatoren – Ende Juli 2010 im Vergleich zum Niveau vor der Krise
Von der heutigen Basis aus gerechnet benötigt man noch folgende prozentualen Zuwächse, um das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen:
Offene Stellen: plus 8,7 %
Produktion: plus 10,0 %
Ifo-Lage-Index: plus 2,9 %
DAX-Performance: plus 9,2 %.

