Arbeitnehmer-Umfrage im März 2010: Würden Sie für mehr Jobsicherheit auf Lohn verzichten?
Aktuelle Arbeitnehmer-Umfrage im Rahmen des INSM-WiWo-Politik-Checks
Grundsätzliches zur Arbeitnehmer-Umfrage im Rahmen des INSM-WiWo-Politik-Checks
In der letzten Februarwoche 2010 haben Wissenschaftler der IW Consult 1000 Arbeitnehmer zwischen 16 und 65 Jahren gefragt: "Was wäre es Ihnen wert, wenn Ihr Unternehmen in einer wirtschaftlich schwierigen Lage Ihren Arbeitsplatz für mindestens zwölf Monate garantiert?" Folgende Antwortvorgaben standen zur Wahl:
Verzicht auf Einkommenszuwachs in diesem Jahr
Bis zu 10 Prozent Einkommenseinbußen bei gleicher Arbeitszeit
Mehr als 10 Prozent Einkommenseinbußen bei gleicher Arbeitszeit
Kürzere Arbeitszeiten bei entsprechend niedrigem Einkommen
Nichts. Ich wäre zu keinem Einkommensverzicht bereit.
Weiß nicht
Kann ich nicht beantworten, bin nicht betroffen.
Diese Arbeitnehmer-Umfrage findet im Rahmen der INSM-WiWo-Studie Deutschland-Check vier Mal im Jahr statt. Parallel dazu werden monatlich versetzt und quartalsweise Unternehmens- und Experten-(Professoren-)Umfragen durchgeführt, die aktuelle Themen beleuchten. Hier die Ergebnisse der aktuellen Arbeitnehmer-Umfrage, Stand Ende Februar 2010.

Die Stichprobe der Arbeitnehmer und -innen zwischen 16 und 65 Jahren ist repräsentativ nach Altersgruppen, Geschlecht und Schulbildung geschichtet. Nicht berücksichtigt wurden Arbeitnehmer ohne Schulbildung.
Erläuterungen der Ergebnisse:
Am ehesten ist die arbeitende Bevölkerung bereit auf Einkommenszuwächse in diesem Jahr zu verzichten. Dies trifft auf ein Drittel der Arbeitnehmer zu.
Knapp ein Fünftel der Arbeitnehmer ist nicht bereit, für eine Beschäftigungsgarantie auf Einkommen zu verzichten.
Gleichzeitig kann ein Siebtel (14 Prozent) der Arbeitnehmer in einem solchen Fall auf Einkommen verzichten, wenn sie hierfür weniger arbeiten müssen.
Immerhin einer unter zehn Arbeitnehmern kann sich vorstellen, auch bei gleicher Arbeitszeit bis zu 10 Prozent Einkommen in Kauf zu nehmen, wenn hierfür das in eine Krise geratene Unternehmen seinen Arbeitsplatz für ein Jahr sichern kann.
Nur sehr wenige können sich vorstellen für eine Jobgarantie mehr als 10 Prozent ihres bisherigen Einkommens einzubüßen.
Knapp ein Viertel der Befragten gab an, diese Frage nicht beantworten zu können.
Die Ergebnisse im Detail
Das Antwortverhalten ist in den verschiedenen Gruppen der Arbeitnehmerschaft relativ stabil. Es zeigen sich keine hier keine großen Unterschiede. Lediglich ältere Arbeitnehmer haben eine etwas andere Verzichtbereitschaft für eine Jobgarantie.
Ergebnisse aufgeschlüsselt nach Altersgruppen
22 Prozent der älteren Arbeitnehmer (50-65 Jahre) wären für eine Beschäftigungsgarantie nicht bereit, auf Einkommen zu verzichten. Die Quoten bei der arbeitenden Bevölkerung unter 50 Jahren liegen darunter.
Ältere Beschäftigte (12 Prozent) können sich seltener als jüngere Arbeitnehmer (mind. 15 Prozent) vorstellen, kürzere Arbeitszeiten bei entsprechend niedrigerem Einkommen in Kauf zu nehmen.
Dafür sind jüngere eher als ältere Beschäftigte bereit, für eine Jobgarantie bis zu 10 Prozent Einkommenseinbußen bei gleicher Arbeitszeit wahrzunehmen. Die Antwortquote für die 50-65 jährigen Arbeitnehmer beträgt hier nur 8 Prozent, und steigt mit abnehmenden Alter sukzessiv (16-25 Jährige: 16 Prozent).
Geringer sind die Unterschiede bei einem Vergleich der Antworten der Arbeitnehmer nach Schulbildung und Geschlecht.
Aufgeschlüsselt nach Schulbildung
Je höher der Schulbildungsabschluss, desto seltener geben die Arbeitnehmer an, diese Frage nicht beantworten zu können.
Ein Verzicht auf Einkommenszuwächse in diesem Jahr ist für Arbeitnehmer mit (Fach-) Hochschulreife am ehesten möglich (35 Prozent).
Arbeitnehmer mit Hauptschulabschluss können sich seltener (8 Prozent) vorstellen, Einkommenseinbußen bis 10 Prozent wahrzunehmen als diejenigen mit höher qualifizierten Schulabschlüssen (11 Prozent).
Mehr als ein Fünftel der Arbeitnehmer mit mittlerem Schulabschluss ist nicht bereit, für eine Beschäftigungsgarantie Einkommen einzubüßen.
Aufgeschlüsselt nach Geschlecht
Arbeitnehmerinnen geben deutlich häufiger (28 Prozent) als ihre männlichen Kollegen an, diese Frage nicht beantworten zu können (18 Prozent).
Die männliche Arbeitnehmerschaft positioniert sich dafür etwas stärker und ist eher bereit, auf Einkommenszuwächse in diesem Jahr zu verzichten (34 Prozent). Gleichzeitig sind die Männer weniger bereit, Einkommen überhaupt einzubüßen (20 Prozent).
Grundsätzliches zur Arbeitnehmer-Umfrage im Rahmen des INSM-WiWo-Politik-Checks
Das IW-Arbeitnehmervotum befragt vier Mal im Jahr 1000 Arbeitnehmer in Deutschland zu aktuellen politischen Vorgängen. Konzipiert wird die Kurzbefragung von der IW Consult, einer Tochtergesellschaft des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Die Online-Befragung wird in Zusammenarbeit mit goals international durchgeführt.
Die Arbeitnehmer wurden zwischen dem 24. Februar und 1. März 2010 online befragt. Die
Stichprobe der Arbeitnehmer zwischen 16 und 65 Jahren ist repräsentativ für Deutschland nach Schulbildung, Geschlecht und Altersgruppen geschichtet. Nicht berücksichtigt wurden hier Arbeitnehmer ohne Schulbildung.

