Arbeitsmarkt- und Wachstums-Index im April 2010: Robuster Stellenmarkt

Wie entwickeln sich die Wachstumsdynamik und die Lage am Arbeitsmarkt? Langzeitvergleiche auf einen Blick bieten zwei neu entwickelte Indices, die das Institut der deutschen Wirtschaft im Auftrag von Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und WirtschaftsWoche entwickelt hat. Der Vergleich beginnt im September 2005, dem Monat des politischen Wechsels zum ersten Kabinett Merkel. Die Lage zu diesem Zeitpunkt haben die Wissenschaftler als 100 Prozent definiert. 

Erläuterungen zur Lage im April 2010: Anders als noch im Vormonat konnten im März sowohl der Wachstums- als auch der Arbeitsmarktindex Boden gutmachen. Im Vormonat hatten beide Indizes noch leichte Einbußen zu verzeichnen. Die Aufwärtsentwicklung hatte offenbar nur eine Pause einlegt. Jetzt steht die Erholung auf zwei Beinen, was Hoffnung für eine weitere Erholung in den Folgemonaten gibt..

Robuster Arbeitsmarkt im März: Die Arbeitsmarktentwicklung ist von erstaunlicher Robustheit geprägt. Im März ist die Zahl der Arbeitslosen saisonbereinigt um 0,9 Prozent oder 31.000 Personen gesunken. Erstmals seit Februar 2009 liegt damit die Arbeitslosigkeit saisonbereinigt wieder unter dem Vorjahrsniveau, und zwar um 0,5 Prozent oder absolut um 17.000 Personen. Damit liegt die Arbeitslosigkeit auf dem Niveau vor der Krise. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen hat im März um 1,2 Prozent zugelegt, das entspricht einem absoluten Zuwachs um 6.000 Stellen. Anders als bei der Arbeitslosenzahl liegt die Zahl der gemeldeten offenen Stellen allerdings noch um 0,8 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Die Aussichten, dass sich dies bald ändert sind sehr gut: Selbst wenn im April  nur das März-Niveau gehalten wird, wird auch dieser Arbeitsmarktindikator das Vorjahresniveau überschreiten, denn im letzten Jahr war die Zahl der offenen Stellen im April deutlich rückläufig. 

Wachstumsklima hat alle Branchen erfasst: Große Fortschritte erzielt im März erfreulicherweise der Wachstumsindex, der gleich um 6,8 Prozent zulegen konnte. Anders als im Vormonat trugen diesmal alle drei Indikatoren zur Verbesserung bei. Den stärksten Zuwachs verzeichnete der DAX-Performance-Index, der gleich um fast 10 Prozent nach oben kletterte. Aber auch der Ifo-Lage-Index verbesserte sich um beachtliche 5,1 Prozent. Er folgte damit den sich seit Monaten aufhellenden Erwartungen der Unternehmen. Die Delle beim Lage-Index im Vormonat ist damit mehr als wettgemacht. Nach Ifo ist diese Klimaverbesserung nicht auf einzelne Branchen beschränkt, sondern hat alle Bereiche erfasst. Im Aufwärtstrend befindet sich auch die Industrieproduktion. Die kräftigen Zuwächse bei den Auftragseingängen in den letzten Monaten sprechen dafür, dass sich dieser Trend fortsetzt. 

INSM-WiWo-Deutschand-Check: April-Kurve

Arbeitsmarkt- und Wachstumsindikatoren – Ende März 2010 im Vergleich zum Niveau vor der Krise 

Hier vergleichen die IW-Wissenschaftler die aktuelle Lage bei der Arbeitslosenzahl, der Anzahl offener Stellen, der Industrieproduktion, den Einschätzungen der Unternehmen im ifo-Lageindex sowie der DAX-Performance mit dem Niveau des ersten Quartals 2008 – also der Zeit vor Einsetzen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise, dem die Forscher einen Wert von 100 Prozent zugeordnet haben. Sie haben die Daten auch hier in einen Punktwert überführt, um sie leichter vergleichbar zu machen.

Obwohl alle Einzelindikatoren im Monat März gut machen konnten, sind vier der fünf Indikatoren noch ein erhebliches Stück vom Vorkrisenniveau entfernt. Ein Blick auf die erreichten Niveaus bei den Einzelindikatoren zeigt, dass bei vier der fünf Einzelindikatoren noch viel von dem in der Krise verloren gegangenen Terrain aufzuholen ist. Der Abstand zum Vorkrisenniveau beläuft sich zwischen 8,3  Prozentpunkten beim DAX-Performance-Index bis zu 16 Prozentpunkten bei der Produktion.  Die Arbeitslosigkeit konnte 1,3 Prozentpunkte gut machen und liegt nun genau auf Vorkrisenniveau.


INSM-WiWo-Deutschand-Check: Einzelindikatoren des Konjunktur-Indexes