Experten-Votum im Januar 2011: Ökonomen-Meinungen zur Arbeitnehmer-Freizügigkeit

In der zweiten Dezemberhälfte haben 84 Ökonomen am vierten IW-Expertenvotum teilgenommen. Die Professoren haben sich dabei zu der kommenden vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit für die EU-Beitrittsländer geäußert. Darüber hinaus wurden die Ökonomen zum Thema Zuwanderung aus dem Nicht-EU-Ausland befragt.

Die zentralen Ergebnisse sind:

  • Rund sieben von zehn Experten rechnen damit, dass die Zuwanderung aus den EU-Beitrittsländern aufgrund der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit moderat steigen wird. Knapp drei Zehntel der Ökonomen prognostizieren hingegen, dass ab Mai 2011 deutlich mehr Menschen aus den betreffenden Ländern nach Deutschland kommen als zuvor.

  • Bei einer Betrachtung verschiedener Qualifikationsgruppen zeigt sich, dass die Professoren am häufigsten in hohem oder eher hohem Maße den Zuzug von Geringqualifizierten (48 Prozent) erwarten. Dieser Anteil liegt bei Fachkräften mit einer Berufsausbildung (30 Prozent) und bei Akademikern (19 Prozent) deutlich niedriger.

  • Fast sieben von zehn Ökonomen erwarten, dass sich die Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes ab Mai 2011 positiv auf die Rekrutierung von Fachkräften auswirken wird.

  • Zudem rechnet die überwiegende Mehrheit der Experten damit, dass sich die kommende Arbeitnehmerfreizügigkeit insgesamt positiv (24 Prozent) oder eher positiv (66 Prozent) auf die deutsche Wirtschaft auswirken wird.

  • Die Einführung eines Mindestlohns in der Zeitarbeitsbranche im Zusammenhang mit der Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes wird von einem knappen Drittel der Experten prinzipiell befürwortet.

  • Fast drei Viertel der Ökonomen befürworten eine erleichterte Zuwanderung für Fachkräfte aus dem Nicht-EU-Ausland, weitere 16 Prozent der Professoren begrüßen Erleichterungen für alle Qualifikationsgruppen.

  • Daneben halten 57 Prozent der Experten eine Absenkung der Mindestverdienstgrenze für Zuwanderer aller Berufsgruppen für sinnvoll. Ein gutes Drittel der Professoren befürwortet eine geringere Einkommensgrenze für einzelne Berufe mit Fachkräftemangel.

  • Die überwiegende Mehrheit der Ökonomen (85 Prozent) spricht sich für die Einführung eines Punktesystems, wie es in Kanada oder Australien praktiziert wird, zur Zuwanderungssteuerung aus.

INSM-WiWo-Experten-Votum Januar 2011: Erläuterung der Ergebnisse

Zum 1. Mai 2011 wird in Deutschland die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit für die 2004 beigetretenen osteuropäischen EU-Länder gelten. Arbeitnehmer aus den acht EU-Beitrittsländern können von diesem Zeitpunkt an ohne Beschränkung in Deutschland ihre Dienstleistungen erbringen. Mögliche Auswirkungen der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit werden in der Öffentlichkeit breit diskutiert. Darüber hinaus wird vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in Deutschland darüber debattiert, ob die Zuwanderung für Fachkräfte aus dem Nicht-EU-Ausland systematisiert und erleichtert werden sollte. In der zweiten Dezemberhälfte 2010 haben 84 Ökonomen – Professoren für Wirtschaftswissenschaften an deutschen Universitäten – im Rahmen einer kurzen Expertenbefragung Einschätzungen zu diesen Themenbereichen aus ihrer Perspektive abgegeben.

Konkret wurde die Expertenmeinung zu folgenden Fragestellungen erhoben:

  • Wie wird sich die Zuwanderung aus den acht EU-Beitrittsländern aufgrund der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit im nächsten Jahr entwickeln?

  • Erwarten Sie, dass zusätzliche Arbeitskräfte folgender Qualifikationsgruppen aufgrund der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit im nächsten Jahr nach Deutschland kommen: Akademiker, Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung, Geringqualifizierte?

  • Erwarten Sie, dass sich die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit in Deutschland positiv auf die Rekrutierung von Fachkräften auswirken wird?

  • Wie wird sich die Herstellung der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit Ihrer Ansicht nach insgesamt auf die deutsche Wirtschaft auswirken?

  • Befürworten Sie vor dem Hintergrund der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit die Einführung eines Mindestlohns in der Zeitarbeitsbranche?

  • Befürworten Sie eine Erleichterung der Zuwanderung für Arbeitskräfte aus dem Nicht-EU-Ausland?

  • Befürworten Sie eine Absenkung der Mindestverdienstgrenze von derzeit 66.000 Euro im Jahr für Zuwanderer aus dem Nicht-EU-Ausland?

  •  Welche Mindestverdienstgrenze sehen Sie dabei als angemessen an?

  • Befürworten Sie ein Punktesystem zur Zuwanderungssteuerung in Deutschland nach dem Vorbild Kanadas oder Australiens?

Meinungen zur vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit

Zunächst sind die Experten gefragt worden, wie sich die Zuwanderung aus den acht EU-Beitrittsländern aufgrund der kommenden Arbeitnehmerfreizügigkeit im Jahr 2011 entwickeln wird. Die Professoren erwarten mehrheitlich (69 Prozent), dass die Zuwanderung osteuropäischer Arbeitskräfte ab Mai lediglich etwas steigen wird:

INSM-WiWo-Deutschland-Check: Das Ökonomen-Panel

  • Demgegenüber gehen knapp drei von zehn Ökonomen davon aus, dass der Zuzug von Menschen aus den acht EU-Beitrittsländern deutlich (26 Prozent) oder sogar sehr deutlich (2 Prozent) zunehmen wird.

  • Kein Experte prognostiziert, dass die Zuwanderung aus den neuen EU-Ländern aufgrund der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit überhaupt nicht steigen wird.

Schwerpunktmäßig wird die Zuwanderung von Geringqualifizierten erwartet

In einem zweiten Schritt sind verschiedene Qualifikationsgruppen betrachtet worden. Die Professoren erwarten, dass am häufigsten Geringqualifizierte den freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt nutzen werden. Die Zuwanderung von Fachkräften mit abgeschlossener Berufsausbildung und von Akademikern wird hingegen mehrheitlich als tendenziell gering eingestuft:

INSM-WiWo-Deutschland-Check: Das Ökonomen-Panel

  • Knapp die Hälfte (48 Prozent) der Professoren denkt, dass in hohem oder eher hohem Maße Geringqualifizierte im Zuge der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit nach Deutschland kommen werden. Andererseits geht ebenfalls fast die Hälfte (48 Prozent) der Ökonomen davon aus, dass eher wenige oder wenige Arbeitskräfte ohne abgeschlossene Ausbildung zuwandern werden. Lediglich ein Experte rechnet damit, dass keine Geringqualifizierten den freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt nutzen werden.

  • Drei von zehn Ökonomen erwarten, dass ab Mai in hohem (2 Prozent) oder eher hohem Maße (27 Prozent) Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung nach Deutschland kommen werden. Demgegenüber rechnen drei Fünftel der Experten damit, dass die Zuwanderung von Fachkräften eher gering (44 Prozent) oder gering (17 Prozent) ausfallen wird. Sechs Experten glauben, dass Deutschland im Zuge der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit keine zusätzlichen Arbeitskräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung gewinnen kann.

  • Die Zuwanderung von Akademikern wird insgesamt am niedrigsten eingestuft. Knapp ein Fünftel der Experten glaubt, dass zumindest in eher hohem Maße Hochqualifizierte aus den EU-Beitrittsländern in diesem Jahr nach Deutschland kommen werden. Dagegen erwarten zwei Fünftel der Ökonomen eine eher geringe Zuwanderung von Akademikern, Tabelle 2: Zuwanderung von Arbeitskräften verschiedener Qualifikationsgruppen aufgrund der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit im Jahr 2011 weitere 24 Prozent einen geringen Zuzug. Zudem gehen knapp 16 Prozent der Experten davon aus, dass die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit keine weiteren Akademiker dazu veranlassen wird, in der Bundesrepublik zu arbeiten und zu leben.

Mehrheitlich positive Auswirkungen auf die Rekrutierung von Fachkräften erwartet

Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist von Interesse, ob die kommende volle Arbeitnehmerfreizügigkeit Chancen bietet, qualifizierte Arbeitskräfte aus den EU-Beitrittsländern zu gewinnen. Das Expertenurteil fällt hierzu überwiegend optimistisch aus:

INSM-WiWo-Deutschland-Check: Das Ökonomen-Panel


  • Fast sieben von zehn Ökonomen rechnen damit, dass sich der freie Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt für osteuropäische Bürger hierzulande positiv auf die Rekrutierung von Fachkräften auswirken wird.

  • Demgegenüber denken 26 Prozent der Experten, dass durch die Herstellung der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit keine Fachkräfte gewonnen werden können.

  • Fünf Prozent der Befragten geben zu diesem Punkt kein Urteil ab.

Maßnahmen zur Gewinnung von Fachkräften

Ergänzend wurden die Experten gefragt, ob konkrete Maßnahmen ergriffen werden sollten, damit im Zuge der Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Osteuropäer hierzulande mehr Fachkräfte gewonnen werden können. Insgesamt haben rund 30 von 84 Ökonomen diesen Punkt bejaht und Empfehlungen zur Gewinnung von Fachkräften formuliert. In den Ausführungen der Professoren werden schwerpunktmäßig Maßnahmen aus folgenden Bereichen genannt:

  • Eine schnellere und/oder transparentere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse.

  • Abbau von bürokratischen Hemmnissen. Beispielsweise Englisch als Sprache in Behörden etablieren.

  • Schaffung gezielter Anwerbemöglichkeiten von Fachkräften.

  • Gezielte Rekrutierung von Hochschulabsolventen aus diesen Ländern. Animierung von ausländischen Studierenden, an deutschen Hochschulen zu studieren.

  •  Verbesserte Eingliederung der gesamten Familie von ausländischen Fachkräften.

Positive Folgen für die deutsche Wirtschaft prognostiziert

Die große Mehrheit (89 Prozent) der Ökonomen gibt an, dass sich die Öffnung des Arbeitsmarktes grundsätzlich positiv auf die deutsche Wirtschaft auswirken wird:

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  • Knapp ein Viertel der Experten erwartet eindeutig positive Folgen für die inländische Wirtschaft. Darüber hinaus rechnen zwei Drittel der Ökonomen tendenziell damit, dass die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit der deutschen Wirtschaft helfen wird.

  • Lediglich fünf Prozent der Professoren glauben, dass sich die Aufhebung der Grenzen für osteuropäische Arbeitnehmer in Deutschland insgesamt eher negativ auswirken wird. Tabelle 4: Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft insgesamt Absolute Anzahl und Angabe in Prozent der Experten Anzahl Prozent Positiv 20 23,8 Eher positiv 55 65,5 Eher negativ 4 4,8 Negativ 0 0,0 Weiß nicht 5 6,0 Gesamt 84 100,0 Quelle: IW-Expertenvotum, Ende Dezember 2010, 84 Experten

  • Kein Experte denkt, dass mit der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit eindeutig negative Folgen für die deutsche Wirtschaft verbunden sind.

  • Sechs Prozent der Experten trauen sich zu dieser Fragestellung keine Einschätzung zu.

Einführung eines Mindestlohns in der Zeitarbeitsbranche eher skeptisch gesehen

Um zu verhindern, dass durch die vollständige Öffnung des deutschen Binnenmarktes für osteuropäische Arbeitskräfte ausländische Zeitarbeitsfirmen deutsche Tarifstandards unterbieten, wird die Einführung eines Mindestlohns in der Zeitarbeit diskutiert. Die Experten stehen diesem Vorhaben eher zurückhaltend gegenüber. Knapp ein Drittel der Ökonomen spricht sich grundsätzlich dafür aus, dass vor dem Hintergrund der kommenden vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit ein Mindestlohn in der Zeitarbeitsbranche eingeführt werden sollte:

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  • Elf Prozent der Professoren begrüßen eindeutig die Schaffung einer Lohnuntergrenze in der Zeitarbeit, ein weiteres Fünftel der Experten begrüßt dies eher.

  • Demgegenüber befürworten gut zwei Drittel der Ökonomen die Einführung eines Mindestlohns in der Zeitarbeitsbranche eher nicht (29 Prozent) oder nicht (39 Prozent).

Zuwanderung aus dem Nicht-EU-Ausland:
Erleichterungen für den Zuzug von Fachkräften erwünscht

Im zweiten Teil der Befragung ist vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen das Thema Zuwanderung aus dem Nicht-EU-Ausland aufgegriffen worden. Zunächst sind die Experten in diesem Zusammenhang gefragt worden, ob die Zuwanderung für Arbeitskräfte aus Ländern außerhalb der EU erleichtert werden sollte. Fast drei Viertel der Ökonomen befürworten, dass es zukünftig für ausländische Fachkräfte einfacher wird in Deutschland zu arbeiten und zu leben:

Darüber hinaus begrüßen knapp 16 Prozent der Professoren eine erleichterte Zuwanderung für Arbeitskräfte aller Qualifikationsgruppen.

 Lediglich knapp ein Zehntel der Experten erachtet eine Erleichterung der Zuwanderung für Arbeitskräfte aus dem Nicht-EU-Ausland nicht als sinnvoll.

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Im Oktober 2010 haben rund 750 Unternehmen im Rahmen des Deutschland-Checks diese Frage beantwortet. Im Vergleich zu den Unternehmen befürworten die Experten noch etwas deutlicher, dass der Zuzug von Arbeitskräften aus Drittstaaten vereinfacht werden sollte: Eine erleichterte Zuwanderung für Fachkräfte aus dem Nicht-EU-Ausland begrüßen 57 Prozent der Unternehmen. Daneben befürworten rund 18 Prozent der Unternehmen Erleichterungen für Arbeitskräfte aller Qualifikationsgruppen. Ein Viertel der Unternehmen steht einer erleichterten Zuwanderung hingegen skeptisch gegenüber.

 

Absenkung der Mindestverdienstgrenze für Zuwanderer mehrheitlich befürwortet

Momentan muss ein Hochqualifizierter, damit er sich dauerhaft in Deutschland niederlassen kann, in der Regel ein Jahresgehalt von 66.000 Euro aufweisen. Über eine Absenkung dieser Einkommensgrenze wird derzeit diskutiert. Die Professoren erachten dieses Vorhaben mehrheitlich als sinnvoll:

  • Dass die Mindestverdienstgrenze von 66.000 Euro für alle Berufsgruppen abgesenkt wird, befürworten 57 Prozent der Experten.

  • Zudem spricht sich ein gutes Drittel der Ökonomen dafür aus, dass die Einkommensgrenze für einzelne Berufe mit Fachkräftemangel, gesenkt wird.

  • Lediglich acht Prozent der Professoren sind der Ansicht, dass die Mindestverdienstgrenze für Zuwanderer aus dem Nicht-EU-Ausland bei 66.000 Euro belassen werden sollte.

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Die Experten, die eine Absenkung der Mindestverdienstgrenze befürworten, sind zudem gefragt worden, welches Jahresgehalt sie dabei als angemessen ansehen. Im Rahmen der laufenden Debatte ist unter anderem eine Absenkung auf 40.000 Euro im Gespräch. Zu gleichen Anteilen von jeweils ungefähr einem Drittel der befragten Ökonomen wird dieses Jahresgehalt von 40.000 Euro entweder unter- oder überboten. In Tabelle 8 sind die von den Professoren vorgeschlagenen Einkommensgrenzen abgebildet:

  • Insgesamt sprechen sich fünf Experten dafür aus, die Mindestverdienstgrenze für Zuwanderer aus dem Nicht-EU-Ausland ganz abzuschaffen.

  • Ein gutes Viertel der Ökonomen sieht eine Einkommensgrenze von weniger als 40.000 Euro als angemessen an, damit sich ein Nicht-EU-Ausländer dauerhaft in Deutschland niederlassen darf. Das geringste vorgeschlagene Jahreseinkommen beträgt dabei 15.000 Euro.

  • Ein Fünftel der Professoren plädiert für eine Einkommensgrenze von exakt 40.000 Euro, zwei weitere Experten nennen ein Jahresgehalt zwischen 40.000 Euro und 45.000 Euro.

  • Zwölf Prozent der Experten sehen eine Mindestverdienstgrenze von 45.000 Euro bis unter 50.000 Euro als angemessen an. Darüber hinaus spricht sich knapp ein Fünftel der Ökonomen für eine Einkommensgrenze von 50.000 Euro bis 52.000 Euro aus.

  • Elf Experten möchten keine konkrete Einkommensgrenze nennen.

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Breite Zustimmung zur Einführung eines Punktesystems

Für eine gezielte Steuerung der Zuwanderung von Fachkräften ist die Einführung eines Punktesystems im Gespräch, wie es Einwanderungsländer wie beispielsweise Kanada oder Australien seit Jahren nutzen. Dabei werden Bildung, Berufserfahrung, Sprachkenntnisse und Alter nach einem festgelegten Katalog bewertet. Die Experten stehen der Einführung eines Punktesystems insgesamt sehr positiv gegenüber:

  • Die überwiegende Mehrheit (85 Prozent) der Ökonomen befürwortet, dass in Deutschland ein Punktesystem zur Zuwanderungssteuerung nach dem Vorbild Kanadas oder Australiens eingeführt werden sollte.

  • Nur acht Prozent der Experten halten die Einführung eines Punktesystems nicht für sinnvoll.

  • Immerhin sieben Prozent der Ökonomen können zu diesem Punkt kein eindeutiges Urteil fällen.

INSM-WiWo-Deutschland-Check: Das Ökonomen-Panel

INSM-WiWo-Deutschland-Check: Das IW-Expertenvotum


Im Auftrag von INSM und WIrtschaftsWoche führt die IW Consult vier Mal im Jahr eine Befragung von Ökonomen als Experten zu aktuellen politischen Vorgängen durch. Angeschrieben werden hierfür 275 Professoren für Wirtschaftswissenschaften an deutschen Universitäten. Die IW Consult ist eine Tochtergesellschaft des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln.

Diese Befragungsrunde konzentrierte sich mit zehn Fragen auf Einschätzungen zur kommenden vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit und zur Zuwanderung von Fachkräften aus dem Nicht-EU-Ausland. Die Experten wurden zwischen dem 14. Dezember 2010 und 03. Januar 2011 online befragt. Teilgenommen haben an der Befragung insgesamt 84 Ökonomen.


Alle Tafeln aus dieser Studie auf einen Blick.
(Klicken Sie in das Vorschaubild und lassen Sie sich die Grafik in druckfähiger Auflösung anzeigen.)
INSM-WiWo-Deutschland-Check: Das Ökonomen-Panel INSM-WiWo-Deutschland-Check: Das Ökonomen-Panel INSM-WiWo-Deutschland-Check: Das Ökonomen-Panel  
jan11_kuchen_mindestl_kl.png jan11_kuchen_auswirkung_kl.png INSM-WiWo-Deutschland-Check: Das Ökonomen-Panel  
INSM-WiWo-Deutschland-Check: Das Ökonomen-Panel INSM-WiWo-Deutschland-Check: Das Ökonomen-Panel INSM-WiWo-Deutschland-Check: Das Ökonomen-Panel  
INSM-WiWo-Deutschland-Check: Konjunkturindex INSM-WiWo-Deutschland-Check: Januar 2011 INSM-WiWo-Deutschland-Check: Jahresrückblick 2010